Tage machen du-kannst-nicht-los-lassen-vom-Fühlen. Das Schöne muss bleiben. Eine Buchseite 2 Schluck Wein.

Weine doch nicht haben sie immer zu dir gesagt. Bis du ihnen mal ins Gesicht gespuckt hast. Einfach so. Jammere nicht meinten sie immer, im Guten. Natürlich nur und ausschließlich gut gemeint. Alles. Heuchelei deluxe. In einem Altenheim gab es ein mal ein Ehepaar das sich dort nach 60 Jahren Ehe hat scheiden lassen. Davon Gewichene. Geschichten die niemand hören mag mit Menschen die in Schubladen leben. Wie wir alle und von all jenen darf sich (eben) nicht jeder die Schublade aussuchen.

Ein älterer Herr kam auf mich zu: „Ich habe mich in der Romantik wider gefunden. Jetzt bin ich nicht mehr der Alte, will es auch gar nicht sein.“

 

Menschenpunkte und Zeit

3. Januar 2012

Wege kreuzen sich, Menschen begegnen sich lernen sich kennen, finden Vertrauen, Liebe und Glück beieinander. Und dabei geht es nicht wirklich um den richtigen Zeitpunkt. Und da ist am Wegesrand sitzen und warten keine Lösung, die schnell Wirkung zeigt. Man muss ja auch nicht die ganze Zeit sitzen. Man kann aufstehen und umherspazieren, Leute vom Weg locken und eine schöne Zeit haben. Im Sommer unter einem Kastanienbaum, ein bisschen weiter weg vom Weg in einem großen Park in einer der schönsten Städte der Welt. Wenn man sich dann verläuft hat man jemanden, der sich auskennt im Wege laufen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und wenn es dann noch schön ist mit diesem Menschen, kann man auch mal wieder auf dem Weg laufen, so ganz normal eben.

Unzählbarkeiten

30. Dezember 2011

Lückentexte eines Lebens

wie

Fäden ziehende Stoffe

ein Mensch fünf Uhren vier Zeiten

Verwirrung eines Einzigen aber tausendmal

betrübt wie niemals

ein Einziger

 

ungreifbar nah

unendlich millionenfach

ein immer nur

einziges Mal

 

im Entkommen genommen

durch einen Stein

im Versuchen gestoppt

durch die Zeit

 

Sterne zählen in den Bergen

doppelt

Luft holen auf den Flüssen

dreimal

„Wir sehen mit unseren Herzen, das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar“

 

Das ganze Leben besteht aus Zeichen. In manchen Nächten können wir nicht einschlafen wegen der vielen Träume in den Augen. Schlaflose Träume, in Gedanken reisen. Durch eine ureigene Welt, von der wir nur Bruchstücke mit allen anderen Teilen. Von denen vielleicht und nur wenn wir es wollen, ein oder zwei diese eine eigene Landschaft fast so gut kennen wie wir selbst, und umgekehrt. Wir tun im Leben so viele Dinge aus Überzeugung, ob sie gut sind oder schlecht. Das Meiste von all dem stört uns selbst am wenigsten.

In jenen Nächten der schlaflosen Träumerei gibt es kein Loslassen, nur Mitfliegen. Erinnerungen kreisen umher, erzählen Geschichten in denen Persönlichkeiten der Kindheit auftauchen, in denen Klippensprünge und Regenbogenreisen der Jugend eine Melodie ergeben. Zeltplätze am Meer, Traumstrände am Ozean, Sommerferien an versteckten Waldseen. Holz holen später Schlittschuh laufen. Alles erobern, jeden Weg kennen und hinter jede Tür wenigstens ein einziges mal schauen wollen. Vielleicht ein Leben lang.

 

 

Die Frau die in der Sternwarte

an Freitagabenden vor Mitternacht putzt

schleicht sich immer zum großen Fernrohr

wenn die Jungs aus der Wissenschaft Kaffee

trinken gehen

und sucht in der Dunkelheit nach den Sternen

die am hellsten strahlten als sie noch blond war

und schlank

Und die Frau die in der Sternwarte putzt –

sie schaut

und starrt

und glotzt

und blinzelt

aber sie sieht nie Errol Flynn einen Augenblick

auftauchen – geschweige denn Bogart oder Clark Gable

Aber die Frau die in der Sternwarte putzt

wird trotzdem immer knieweich

Freitagabend um Freitagabend

denn immer muß er da rumhängen

und sie mit all seinen

immerblinkenden Augen betrachten

-dieser junge, bildschöne, freche

Weltraum

 

(Übersetzt von: Richard Kölbl)

Geh deinen Weg, teile Dich und entscheide dich dann für etwas und gegen Einiges. Handle, sei jedoch auf der Hut vor den Anderen die deinen Weg kreuzen. Schüttle alle ab die mit laufen wollen, bis auf maximal einen. Sieh zu, beeil dich und sei verdammt noch mal leise. Ruhe bewahren. Nur wir zwei und das Meer. Endlich. Deine Hand im Sand, meine am Stift. Wir reden nichts und doch sagst du mir mit jeder Sekunde etwas. Das sind keine Liebesbriefe, flüstere ich Dir zu. Aber wenn du magst schreib ich einen für dich. Sorgfältig legst du ein „Ja“ mit Muscheln zwischen unsere Füße in den Sand, malst ein Herz drum herum und murmelst leise, schau mal wegen vorhin.

 

„You and Me, You and I

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