Jemand,

der immer die Spinnen unter Kontrolle haben muss. Vor dem Schlafen gehen wird
das komplette Bettzeug umgekrempelt und bis zur völligen Erschöpfung geschüttelt.
Jemand, der nachts aufsteht und schaut ob die Türen alle verschlossen sind und das
Hoflicht nicht brennt.
Jemand, der fast nie spricht, nur das Nötigste.
Jemand, dem man den Sturm in seinem Kopf anmerkt und die Versuche still zu sein,
den Mund zu halten. Die Anstrengung zeichnet Streifen in sein Gesicht, besonders
auf die Stirn.
Jemand, der immer vor irgendetwas Angst hat. Den Bus zu verpassen, zum Beispiel,
oder das der junge Mann unterm Dach das Haus aus versehen anzündet.
Jemand, der nie fragt, sondern gleich alles in eine
Kiste stopft. Er hat schon ganz viele im Flur, unterm Bett, auf dem Schrank und im Kopf.
Jemand, der nichts schlimmer findet, als spielende Kinder am Sonntagnachmittag.
Jemand, der die Kontrolle nicht verlieren möchte.
Jemand, der auch mal ein spielendes Kind war, bis zu dem Tag, als es dann hieß, er
solle sich jetzt doch endlich benehmen und schneller machen.
Jemand, der nichts vermisst, auch nicht das Meer, obwohl er als Kind immer seine
Großeltern dort besuchte.
Jemand, der lieber bleibtals ein Abenteuer per Anhalter zu
wagen, dem letztendlich der Mut fehlt, da sitzt jetzt die Angst. Die verdammte Angst.

berlinachts

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