Wie man sich am besten (nicht) vor der Liebe versteckt. (I)

„Ich hab die Welt in dir gesehen, aus der du kommst und die uns trennt, du bist von ganz woanders, nicht nur von ganz weit. Aber die Welt ist manchmal klein und jeder Teil der in mir echt ist kann Brücken bauen, kann große Brücken bauen. Dinge passieren aus guten Gründen, nichts was passiert, passiert umsonst, aber jetzt steh ich hier vorm großen Leben, weiß nicht wieso ich immer fühl…“ *

 

Liebe, das ist wohl die wichtigste Sache, auf der ganzen Welt, auf jedem Fitzelchen Erde ist es die Liebe, die im unermüdlichen Takt der Zeit alles werden lässt, auch das Nichts. Wie viele Nächte wurden schon mit Gesprächen über Liebe und Nichtliebe angefüllt, es sind unzählbar viele, das ist gut so. Und meistens enden diese Gespräche, über kurz oder lang, mit Liebe. Das ist die Wahrheit. Das ist die große schwere Leichtigkeit, die unser Dasein trägt, ob wir wollen oder nicht. Liebe kann schön sein, Liebe kann hässlich sein, aber sie ist das äußerste und zugleich eines der tiefsten Gefühle, zu denen wir fähig sind. Liebe ist universal, sie braucht eigentlich keine Worte. So, wie dieser Text wahrscheinlich nur ein Versuch ist, irgendetwas mit der Liebe anzustellen, sie greifbarer zu machen. Was gibt es Schlimmeres, als zerredete Liebesbeziehungen, oder im sorgenvollen Reden, über die Zukunft, gescheiterte Romanzen. Das sind die Tatsachen, mit denen wir leben, das sind Phänomene, die wir ganz allein mit tragen, die wir geschehen lassen, weil wir uns mittlerweile wortwörtlich blind geliebt haben. Wir sehen schon gar nicht mehr, was das alles zu bedeuten hat, und wie unbedeutend viele Dinge sind, wenn es um Liebe geht. So richtige Liebe. Ich habe letzten Sommer eine junge Frau kennen gelernt, die mir ganz ernst erklärte, dass sie sich nicht mehr verliebt. Sie tue das nicht einmal mit Absicht, aber es passiere einfach nicht mehr. Früher, sagte sie, da gab es diese Momente, in denen sie ein Mann anschaute und sie knallrot wurde. Das letzte Mal sei nun schon fast zwei Jahre her. Sie hat es versucht. „Dieses schnelle Befriedigen von Neugier und Lust, hat für mich noch weniger mit Liebe zu tun, als ein Rosenkrieg.“ Mit diesem Satz hat sie verdammt noch mal recht. „Verlieben, verlaufen, versuchen, das ist doch irgendwie alles das gleiche“, fügte sie noch hinzu.

*Maike Rosa Vogel „So hab ich Dich bei mir“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s