an solchen Tagen

Zufall und Glück. Momente.

Die Luft ist stehen geblieben, ich laufe weiter,
denke an diesen Ton.
Wie dunkelgrüner Wald, heimlich verwurzelt.
Mit all dem was wahr ist,
in der Unsichtbarkeit existiert,
neben dir, zwischen uns.

Manche Dinge verlangen manchmal mehr Zeit, als Verstand.
An solchen Tagen, ohne Erwartungen, mit ganz kleinen Schritten.
Richtung Ziel, ohne den Weg zu wissen, die Lösung zu kennen.
Momente ohne ein einziges „deshalb“ oder „deswegen“.
Stillstand ohne still zu werden, ist manchmal wichtig.
Solange, bis es gut ist.

13-06-2015

Lyrikwetter

Prophezeihung

„Eines muß ich dir erzählen, vor meinem Tod,
noch deinen Kindern sollst du meine Weisheit lehren,
das sagten mir die Elfen auf Suðurey,
das sagten mir die Zwerge auf Norðurey,
das sagten mir Fingerkraut und Vergissmeinnicht
und vergiß sein nicht:
wer sein Elfenmädchen verrät, dem Unglück droht,
der wird am schweren Tod zehren.“

Guðmundur Böðvarsson

(Übersetzung: Björn Kozempel;
In: „Isländische Lyrik“, Insel Verlag Berlin, 2011;
erste Auflage, S.103)

12-12-2014

lyrikwetter

 

meinetwegen auch deinetwegen.
Die innere Stimme ist heißer,
kaum verständlich,
das Schreien der letzten Tage,
die Wochen füllten.
Plötzlich ist es ein ganzes Jahr.
Irgendwann ist doch auch mal gut,
trotzdem es nicht vorbei ist.
Ich kann sie kaum hören
geschweige denn verstehen.
Überall Dreiecke

10-11-2013

dahinten
als alles anfing
und es hört nie auf
wir
lass uns raus gehen
meistens am Anfang
schönes Verlaufen
wir sehen uns
lieblich trübe Herbstluft
nur ein Leben ist so
du
es ist alles so unheimlich geworden
man traut sich nicht mehr
im Vorher alles verlieren
und trotzdem deshalb gemacht

22-09-2013

in der hinteren Mitte von zwischen flüssig und gasförmig
der eine Song, aus dem Fenster an der Ecke mit den Rotbuchen
wie mit den Stoffen, nur unter bestimmten Umständen
fest, flüssig oder gasförmig
es gibt keine Mitte, wenn es keine Grenzen gibt

15-09-2013

Wege zu Zielen
wir sind nichts, wir werden
etwas ohne Angst,
mitten im Regen
ein Versuch
Wasser zu fangen,
bevor es uns aufweicht

08-09-2013

Das Thema, was ewig diese Geschichten schreibt,
ganz unerträglich.
Das Herz schlägt fugalisch,
variiert dieses Thema so phantasievoll,
als gäbe es einen Preis,
für kreatives schlagen.

01-09-2013

Ist jemand die Wahrheit
für dich
aktiviert die Erinnerung
nichts bedeutet mehr
weniger
Liebe ist die einzige Wahrheit

07-07-2013

Wenn die Vergangenheit wie ein großer glitzerner Teppich darüber schwebt,
und manchmal genügend Energie vorhanden ist, rauf zu gelangen,
um Muster an zu schauen.
Wenn die Vergangenheit in Träumen immer wieder zur Gegenwart wird,
und der Grund, der ist so tief verankert,
wie die Liebe zum Kind.
Und immer wieder nur
Versuche am Ufer zu bleiben.
Schwimmübungen an der Oberfläche: Hund, Schmetterling, Wasserleiche.

30-06-2013

Und,
ständig Brötchen die keiner frisst.
Wenn du fliegen willst,
dann flieg
bei uns sind alle Vögel.

23-06-2013

Sich im versuchen verlieren.
Die Schwere ersetzen.
Dem Aussichtslosen den Vorhang wegziehen.
Neue Wege auf alten Pfaden.
Hinter sich lassen, was nie richtig passte,
es nur vorgab.
Entscheiden und machen.
Versuch dich.

16-06-2013

Versuche
aus der eigenen Haut ein Zelt zu bauen.
Wenn du am liebsten Vogel sein willst
es aber einfach zu viele Katzen gibt.
Da wo du bist.

09-06-2013

Uferlose Gründe.
Das niemals wieder durchstreichen.
In Gedanken in diese Zeit zurückkehren,
in der es plötzlich da war,
fast von allein.
Das eigene Meer finden wollen.
Auf doppelte Böden pfeifen.
Nur die eigenen Melodien.
Im Takt deiner Zeit,
wenn der Flow einsetzt.

02-06-2013

Flieg. Sei. Bleib.
Wir sind aneinander
vorbei geflogen
nicht nur einmal.
Die gleiche Richtung und
unser Schwarm
fliegen.

Wir sitzen nebeneinander
nicht nach Hause.
Uns treibt das Gleiche
wir sind immer Spitze
nur nicht auf hören
sein.

Wir miteinander
glitzern beständig.
Wir haben vielleicht
und unser Gefühl scheint richtig.
im jetzt bleiben
einfach.

26-05-2013

Das Kind wieder herein lassen
die Tür bekommt es mittlerweile allein auf
sie war nie richtig verschlossen
nur angelehnt. Entscheidungen
einzig und allein mit dem Bauch.

Dann alles offen lassen
wenn es zum spielen raus geht
Winterkinder lernen im Sommer laufen.

19-05-2013

Reingeschnitzt
Zeilen, Wörter, Gedanken.
Ins Gemüt,
das eine Gänsehaut tätowiert,
nach sticht und Träume bildet.
Ein Dankeschön wäre nicht genug.
Tage und Nächte
die zu einem Riesenrad verschmelzen,
ich saß ganz oben,
neben mir
und der Geschichte.

12-05-2013

Wir würden
das alles nicht haben
das nicht alles haben
das alles Nichts sein könnte
durch einen Zufall
das nicht alles ohne uns nicht ist
sondern viel weniger
nichts gibt es nicht
man kann nichts sein
kein vielleicht im Regen stehen
im Sommer dieser Stadt
ein bisschen durch drehen
am Ufer ihrer Grenzen

05-05-2013

Atemlos. In dir fällt etwas.
Bedeckt den Boden. Lässt kaum Platz.
Du spürst die letzte Kraft, mit der du es wieder einsammeln wirst.
Vorher schließt du für eine Weile alle Türen.
Verhängst die Fenster. Nur du und das jetzt.
Ob es Glück ist fragst du dich,
genau an diesem Punkt zu sein,
als das alles hinunterfällt
und du an dieser Stelle stehst,
von der alles so schön aus sieht.

28-04-2013

durch halten,
die anderen lassen.
Wenn die Fäden kurz unsichtbar werden, sich im Regen auflösen.
Die Zielidee raus kramen, ins Licht halten.
Durchatmen, sich selbst lassen.
Träume, wieder diese ohne Halt. Mit dir.

21-04-2013

Wenn Nächte
mehr als nur ein Rest von Träumen sind.
Dann machst du dieses Fenster ganz weit auf und die Musik.
So laut

14-04-2013

Nie das
So was wie tanzen.
Wieder eine Woche nur das was soll. Ein bisschen Leidenschaft.
Die Zeit ist egal, der Ort auch, doch unser Leben nicht.
Zwischen Songs und gefühltem Nichts.
„was mich am meisten an meinem Job nervt ist, dass ich dafür Geld bekomme.“
Ernsthafter werden, aber nicht genau wissen, wie lange das gut geht.

07-04-2013

Jemand sagte,
Es gibt keine Zufälle.
Wenn man nicht mehr weiß, wer als erstes dieses wir benutzte und uns beide gemeint hat. Wir und unser Konjunktiv. Ich weiß noch, wie du das sagtest. Aber nicht, ob es das erste Mal war.
Verlorenes in Köpfen, mit einem Gefühl im Bauch.

31-03-2013

Mit dir
Im Halt der Ewigkeit, Gedanken ganz allein mit dir, in irgendeiner Stille bist du noch wach, so still und wach, wie nach diesem einen Traum. Du suchst keine Lösung, weil es keine braucht. Ein Ende liegt meistens im Unklaren, sonst ist es kein Ende. Tage werden zu einem Gefühl, das für immer bleibt und weiter geht. Mit dir.

24-03-13

Du weißt es einfach
Der Eimer Farbe,
mit dem jemand das Dagegen durchstreicht.
Wenn plötzlich aus dem Nichts ein doppelter Boden aufgeht und alles hinein fällt.
Wenn vor deinen Augen die Brücke explodiert, über die der schmale Pfad zum Ziel führte.
Wenn es keinen Vergleich gibt und du weißt, dass genau das dann mal der Vergleich dafür sein wird, wie schön es sein kann. Ewigkeit ist immer.

17-03-13

Eigentlich unendlich /
du /und ich /
Ich bin immer nur die Antwort /immer nur das Gegenstück /ich bin der Text den du schreibst /Du bist meistens nur die Frage /oft nur das Mittelstück /du bist der Text den du liest /

Du bist immer nur die Antwort /immer nur das Gegenstück /du bist der Text den ich schreibe /Ich bin meistens nur die Frage /oft nur das Mittelstück /ich bin der Text den du liest /

Du bist immer nur die Antwort /immer nur das Gegenstück /du bist /Ich bin meistens nur die Frage /oft nur das Mittelstück /ich bin /du /ich /und wir /sind gut so /mit allem was war /

10-3-13

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2 Gedanken zu “an solchen Tagen

  1. Was für schöne Gedichte.
    Im Moment spricht das hier besonders an:

    Wege zu Zielen
    wir sind nichts, wir werden
    etwas ohne Angst,
    mitten im Regen
    ein Versuch
    Wasser zu fangen,
    bevor es uns aufweicht.

    Das ist Lyrik, wie sie mir gefällt.

    Liebe Grüße

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